Boykott von Israel: Einspruch gegen die Hetzer

06.09.17

Neue Zürcher Zeitung, Mittwoch, 6.9.2017
von Ulrich Schmid

Aufrufe zur Boykottierung Israels stossen auf den Widerspruch achtsamer deutscher Politiker aller Lager. Das ist gut für Israel – und gut für Deutschland.

Manchmal kann man lachen. Wenn Länder wie Libanon und Tunesien ihren Bürgern verbieten, den Film «Wonder Woman» zu sehen, weil die israelische Schauspielerin Gal Gadot die Hauptrol-le spielt, dann ist das schon fast so albern, wie wenn dem Mossad unterstellt wird, er trainiere Haie, auf dass sie in Ägypten Badende beissen. Mündige Libanesen, die USB-Sticks verwenden (entwickelt von der israelischen Firma M-Systems), die mit Viber kommunizieren (ein Geistes-kind des Israeli Talmon Marco) und die vielleicht auch gerne einmal «Mastermind» spielen (er-funden von Mordecai Meirowitz), bekommen die Staatshand vor die Augen, damit sie Gal Gadot nicht fliegen, Kugeln stoppen und überhaupt die Welt retten sehen.

Boykotte sind immer dann besonders umstritten, wenn es Regierungen sind, die sie verhängen. In Europa mehr zu reden geben derzeit aber die Boykottaufrufe von Nichtregierungsorganisationen, die sich gegen Israel stellen. Sie identifizieren sich mit der Bewegung «Boykott, Desinvestition und Sanktionen» (BDS) einer von Palästinensern gegründeten transnationalen «Kampagne» mit dem Ziel, Israel politisch, kulturell und wirtschaftlich zu isolieren.

Weiter

Zurück