«Wir müssen die Entwicklungen unserer Gesellschaft aufmerksam beobachten»

05.09.17

Die Junge CVP absolvierte vom 23. bis 29. August 2017 eine Studienreise durch Israel und ins Westjordanland,
organisiert in Absprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und unterstützt durch die Gesellschaft Schweiz-Israel und vor Ort durch die Gesellschaft Israel-Schweiz.

 

Eine Delegation der Jungen CVP reiste im letzten Monat durch Israel. Sie kamen mit konkreten Vorstellungen und wurden vor Ort von einer viel komplexeren Realität überrascht, als sie angenommen haben.

Es war ein straffes Programm, das sich die Junge CVP bei ihrer Reise durch Israel vorgenommen hatte: Haifa, Golanhöhen, Ramallah, Tel Aviv, Jerusalem... Und das alles in knapp sieben Tagen. Die JCVP landete am 23. August mit einer Entourage von 26 Leuten. Für fast alle sei es der erste Besuch in Israel gewesen, sagt Thomas Hofstetter (29), der die Exkursion leitete. Deshalb sei es so wichtig gewesen, mög-lichst viel innert kurzer Zeit zu sehen, damit man sich so gut es gehe ein Bild machen könne.

«Wir lesen und hören immer von dieser Zweistaatenlösung und wollten uns vor Ort anschauen, was das effektiv bedeuten würde und ob es überhaupt realistisch sei», sagt Hofstetter. Aus diesem Grund standen auch Besuche bei der Schweizer Bot-schaft in Tel Aviv und bei der Schweizer Vertretung in Ramallah an. Besuche, die von Podiumsdiskussionen und Dialogen abseits der politischen Bühne begleitet wur-den. Diskussionen, bei denen längst nicht alle dieselbe Meinung vertraten, auch nicht, wenn man derselben Ethnie angehörte. Dass der Konflikt im Nahen Osten viel komplizierter und umfangreicher ist, als man den Eindruck haben könnte, wurde der Schweizer Delegation schnell klar: «Aus den Medien gewinnt man schnell den Ein-druck, dass es einfach um zwei Partien geht, um ein Land und ein Problem. Dabei gibt es so viele Interessensgemeinschaften und so viele unbeantwortete Fragen», so Hofstetter.

Die vielen Eindrücke und Begegnungen wurden zum Ende der Reise durch einen Besuch in Yad Vashem in Jerusalem ergänzt. Ein Abschluss, der einen bleibenden Eindruck hinterliess: «Die ganze Geschichte des Holocaust so stark aus der Per-spektive der Opfer zu erleben, war sehr bewegend», sagt Hofstetter. Die Geschichte in diesem Rahmen nochmals aufzurollen habe die gesamte Gruppe sehr berührt. «Die Ausstellung rief uns auch wieder ins Gedächtnis, dass man die Entwicklungen unserer Gesellschaft aufmerksam beobachten soll, jedoch ohne in Panik zu verfallen oder zu überreagieren.»

Aus «ISRAEL-Zwischenzeilen» 36/2017

Zurück