Nahostkonflikt: Im Rausch der Empörung

10.12.17

Zur Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt durch den US-Präsidenten Donald Trump

Martin Gehlen über die jüngsten Entwicklungen im Nahostkonflikt.

Zentralschweiz am Sonntag, 10. Dezember 2017

Donald Trump ist verliebt in Superlative. Er selbst sieht sich auch als den mutigsten Poli-tiker, den es je gab, der auch Themen anpackt, von denen seine Vorgänger die Finger liessen. So machte er am Mittwoch Ernst und anerkannte als erster US-Präsident Jerusalem als Hauptstadt Israels. Mit Planung und Bau der neuen US-Botschaft soll in der Stadt, die von zwei Völkern und von drei Religionen beansprucht wird, nach Trumps Willen sofort begonnen werden.

Politisch hätten die USA diesen Paukenschlag nie riskiert, wenn sie nicht Saudi-Arabien und auch Ägypten hinter sich wüssten. Denn trotz der störrischen Rhetorik des alten Königs an die Adresse des ansonsten hochgeschätzten Donald Trump: Für die junge Garde unter seinem Sohn Mohammed bin Salman steht nicht mehr der Nahostkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern im Mittelpunkt, sondern die Konfrontation mit dem Iran. Hier weiss sich Riad mit den USA im Bunde, und hierfür möchte Riad auch Israel als Kampfpartner gewinnen.
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