Leitbild

Die politisch und religiös unabhängige Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) wurde am 15. Dezember 1957 von Frauen und Männern gegründet, welche 1956 unter dem Eindruck des Suezkrieges die Existenz des Staates Israel gefährdet sahen. Sie wurden aktiv, weil sie nicht vergessen hatten, wie sie aus der sicheren Schweiz hilflos zusehen mussten, wie das jüdische Volk zwischen 1933 und 1945 dem Terror und der Vernichtung durch das nationalsozialistische Regime ausgesetzt war. Und sie waren sich des Versagens der Behörden bei der Aufnahme verfolgter Jüdinnen und Juden in unser Land in jener Zeit bewusst. Mit der Gründung der GSI setzten sie ein klares und unmissverständliches Zeichen: Dem jüdischen Volk darf solches nie wieder geschehen! Dem Staat Israel, der auch als Folge der Schoa entstandenen Heimstätte des jüdischen Volkes, ist jeder Zeit beizustehen, sollte seine Existenz bedroht werden.

Diese Verpflichtung und dieser Auftrag haben für die GSI unveränderte Gültigkeit. Und das um so mehr, als ungeachtet des unfassbaren Grauens der Schoa, Antisemitismus und Auschwitz-Leugnung auch in der Schweiz Realität sind. Der Einsatz gegen Antisemitismus ist für die GSI gelebte Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz.

Seit Israels Staatsgründung im Jahre 1948 konnte kein Friede im Nahen Osten erreicht werden, war und ist Israels Existenzrecht immer wieder in Frage gestellt. Ungelöst ist bis heute insbesondere der Konflikt zwischen Israel und seinen palästinensischen Nachbarn.

Als Freundschaftsgesellschaft mit dem Volk und dem Staat Israel verbunden, lässt sich die GSI heute in ihrer Arbeit deshalb von folgenden Grundgedanken leiten:

Sie setzt sich vordringlich für die nachhaltig gesicherte Anerkennung des Existenzrechts des Staates Israel als Heimstätte des jüdischen Volkes durch alle Staaten und die palästinensische Behörde ein, damit die Menschen in Israel endlich in Frieden leben können. (1

Sie fördert Projekte und Initiativen in Israel, die dem israelisch-arabisch-palästinensischen Dialog für Frieden, Verständnis, gegenseitigen Respekt und Koexistenz dienen.

Sie unterstützt die israelische Position „Land gegen Frieden“, die für Israel Voraussetzung für die Aufgabe von Siedlungen in Cisjordanien und im Gazastreifen ist und damit die Schaffung eines demokratischen Staates Palästina ermöglicht. In diesem Kontext verlangt sie den Verzicht auf den Anspruch nach vollständiger Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge nach Israel, welcher implizit das Ende Israels als jüdischer Staat bedeuten würde.

Sie ist keiner politischen Richtung, Partei oder jeweiligen Regierung in Israel verpflichtet. Diese Unabhängigkeit gibt ihr die Möglichkeit eines konstruktiven Dialogs mit israelischen Institutionen und Persönlichkeiten über politische, gesellschaftliche und kulturelle Vorgänge.

Als Freundschaftsgesellschaft fördert die GSI nicht nur den politischen Dialog zwischen der Schweiz und Israel. Indem sie für ein besseres Verständnis für die Anliegen Israels in der breiten Öffentlichkeit und gegenüber schweizerischen Behörden eintritt, unterstützt sie gleichermassen den kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Austausch zwischen der schweizerischen und israelischen Bevölkerung. Dies insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen, Stellungnahmen und Publikationen, durch Jugendaustausch und Studienreisen. Die Durchführung öffentlicher Anlässe gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Sektionen der GSI.


Verabschiedet durch die Sektionenkonferenz 2002
1) Änderung verabschiedet durch die Delegiertenversammlung vom 11. Mai 2014 in
     Lausanne


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