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ISRAEL von Tag zu Tag – 3/2020

Sonntag, 12. Januar, bis Schabbat, 18. Januar 2020

Mittwoch, 15.1.2020

Jerusalems stv. Bürgermeisterin im britischen Oberhaus

Fleur Hassan-Nahoum (Bild 6), stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Jerusalem, wird heute an einer parteiübergreifenden Sitzung im britischen Oberhaus teilnehmen, um die jüngste Zusage Grossbritanniens an die UNRWA in der Höhe von 65,5 Millionen Pfund (rund 82,5 Mio CHF) für 2019-2020 zu besprechen.

«Das Vereinigte Königreich muss die Gelder für die UNRWA blockieren, es sei denn sie erklärt sich bereit, anti-israelische und antisemitische Aufstachelung in ihren Schulen zu stoppen», plant der stellvertretende Jerusalemer Bürgermeisterin vor dem britischen Oberhaus zu verlangen.

«Die Hamas ist so weit in die UNRWA eingedrungen, dass die meisten Lehrer und die Verwaltung Hamas-Mitglieder sind», sagte sie weiter im Vorfeld des Treffens. «Die Hamas hat tatsächlich Vertreter in jeder UNRWA-Schule, um Schüler für die Mitgliedschaft in der Terrororganisation zu gewinnen.»

«Der Lehrplan der UNRWA-Schulen, der von der Palästinensischen Autonomiebehörde entworfen wurde, verewigt die Aufstachelung, den Antisemitismus und die Verherrlichung des Martyriums», sagte Hassan-Nahoum.

«So ist zum Beispiel ein ganzes Schulbuchkapitel, mit dem Mädchen der fünften Klasse arabisches Leseverständnis vermittelt wird, der Lobpreisung von Dalal al-Mughrabi gewidmet, der 1978 38 Menschen, darunter 13 Kinder, massakrierte.»

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Hauptstadt plant auch, die schlechte Qualität der Bildung in den UNRWA-Schulen Jerusalems zu diskutieren, die, wie sie sagt, «in grundlegenden Fächern wie Hebräisch, Englisch, Mathematik und technologischen Kenntnissen völlig unzulänglich ist» und den Kindern, die in diesen Schulen unterrichtet werden, keine Chance auf Erfolg gibt.»

«Für mich als jemand, der sich um alle Kinder in meiner Stadt kümmert, ist es inakzeptabel, dass die UNRWA in ihren Schulen in Ost-Jerusalem kein Hebräisch und kaum Englisch unterrichtet. Dieses niedrige Niveau der UNRWA-Ausbildung bedeutet, dass ihre Schüler, wenn sie 18 Jahre alt sind und ihren Abschluss machen, keine Chance haben, in eine hochwertige Beschäftigung oder eine höhere Ausbildung integriert zu werden. Dies ist ein Lehrplan der Institutionalisierung der Armut», fügte Hasson-Nahoum hinzu.

Sie zitierte auch eine Umfrage der Jerusalemer Stadtverwaltung, die ergab, dass die Hälfte der arabischen Familien in der Stadt einen israelischen Lehrplan bevorzugen. «Der israelische Lehrplan ist ein echter säkularer arabischer Lehrplan. Es ist kein zionistischer Lehrplan. Alles, was wir tun, ist die Aufhetzung zu beseitigen und Hebräisch als zweite Sprache einzuführen», sagte sie.

Hassan-Nahoum schlägt vor, dass die Geberländer die folgenden Bedingungen für die Fortsetzung der Beiträge festlegen: Den UNRWA-Lehrplan reformieren und ihn durch einen säkularen arabisch-israelischen Lehrplan ersetzen, in dem die Schüler kompetentes Hebräisch lernen können, damit sie in Israel arbeiten und mehr verdienen können; Beendigung der paramilitärischen Ausbildung in den UNRWA-Schulen und stattdessen berufliche und technologische Ausbildung; Überprüfung aller Mittel für die UNRWA.

Fleur Hassan-Nahoum plant eine ähnliche Präsentation vor dem UN-Menschenrechtsrat im März. Sie hat diesen Fall den Botschaftern der UNRWA-Geberländer in Israel vorgetragen.
(The Jerusalem Post)


 

Vier Raketen auf israelisches Gebiet abgeschossen

Palästinensische Terroristen im Gaza-Streifen feuerten am Nachmittag vier Raketenin Richtung Südisrael ab, was weder Personen- noch Sachschaden verursachte, wie die israelische Armee bekanntgab.

Zwei Geschosse wurden durch das «Iron Dome» Raketenabwehrsystem abgefangen (Bild 7). Die anderen beiden schlugen in offenem Gelände östlich von Nord-Gaza, ein.

Der Angriff löste Sirenen in den israelischen Gemeinden Sa'ad, Kfar Aza und Nahal Oz aus und schickte Hunderte von Einwohnern in die Bombenbunker.

Der Raketenangriff erfolgte nach einer kürzeren Periode relativer Ruhe entlang der Grenze.

Israel hat Berichten zufolge die Terrorgruppen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad vor jeder Reaktion auf die gezielte Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch die USA Anfang des Monats gewarnt.

Die Hamas, die den Gaza-Streifen regiert, drückte der iranischen Führung ihr «aufrichtiges Beileid» aus, nachdem Soleimani am 3. Januar in Bagdad getötet worden war, und begrüsste seine Unterstützung für den «palästinensischen Widerstand», gab aber keine offene Drohung aus.

Der vom Iran unterstützte Islamische Dschihad, der im November eine zweitägige Schlacht mit Israel führte, hat noch nicht reagiert.

Der Iran bewaffnet die palästinensischen Terrorgruppen seit Jahren, mit Raketen und Mörsern.

Als Reaktion auf die vier Raketen, die heute von Gaza aus auf Israel abgefeuert wurden, griffen Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe Hamas-Terrorziele in Gaza, darunter eine Waffenproduktionsstätte und ein Militärgelände, an.
(IDF / The Times of Israel)


 

Dienstag, 14.1.2020

Israel beginnt mit dem Export von Erdgas nach Ägypten

Israel hat begonnen, Erdgas aus zwei riesigen Offshore-Feldern nach Ägypten zu pumpen, was einen wichtigen Meilenstein und eine historische Zusammenarbeit zwischen den Ländern markiert, so eine gemeinsame Erklärung.

Der Schritt erfolgt kurz nachdem das Erdgas aus dem riesigen Leviathan-Gasfeld (Bild 5) zu fliessen begann und etwa sieben Jahre nachdem Israel das Pumpen von Gas aus dem nahe gelegenen Tamar-Feld aufnahm.

Energieminister Yuval Steinitz unterzeichnete im vergangenen Monat Genehmigungen für den Gasexport nach Ägypten und nannte dies«einen historischen Meilenstein für den Staat Israel».

Die Energieministerien Jerusalems und Kairos gaben heute Morgen die seltene gemeinsame Erklärung heraus und nannten den Schritt «eine wichtige Entwicklung, die den wirtschaftlichen Interessen beider Seiten dienen wird».

«Dieser Schritt wird es Israel ermöglichen, einen Teil seines Erdgases über die ägyptischen Gasverflüssigungsanlagen in die Region zu exportieren und Ägyptens Status als regionale Gasdrehscheibe zu fördern», so die Erklärung.
(The Times of Israel)


 

Montag, 13.1.2020 

Linke Opposition mit gemeinsamer Liste

Die linke Opposition in Israel tritt bei der Parlamentswahl am 2. März mit einer gemeinsamen Liste an. Das Parteibündnis Arbeitspartei-Gescher und die linke Partei Meretz erklärten, ihre Vorsitzenden, Amir Peretz und Nitzan Horowitz (Bild 1), hätten sich auf die gemeinsame Liste «Emet» (Wahrheit) geeinigt, um ihre Chancen auf einen Wahlsieg gegen das Rechtsbündnis des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu erhöhen.

Peretz und Horowitz einigten sich darauf, dass Peretz die gemeinsame Liste anführen und Gescher-Chef Orli Levi-Abekasis auf den zweiten Platz gesetzt wird. Horowitz wird auf der gemeinsamen Liste den dritten Platz belegen. Die Arbeitspartei und Gescher schlossen sich vor der Wahl am 17. September zusammen, bei der sie sechs von 120 Knesset-Sitzen erringen konnten.
(Verschiedene Medien)

Das Ende der Arbeitspartei

«Israel Heute» schreibt zu diesem Zusammengehen der Linken:
Die Fusion der Arbeitspartei mit der Meretz-Partei, markiert das Ende der historischen zionistischen sozialistischen Parteien, denen die bemerkenswerte Leistung vorbehalten war, den zionistischen Traum in eine jüdische Staatsrealität umzuwandeln.

Die Arbeitspartei wurde 1968 aus den drei sozialistischen Parteien der dominierenden Mapai (Arbeitspartei Israels, die bis 1963 von Israels erstem Ministerpräsidenten David Ben Gurion geführt wurde), Ahdut HaAvoda (Arbeitergewerkschaft links von Mapai) und der kurzlebigen Rafi Partei (israelische Arbeiterliste) gebildet. Diese drei Parteien sind zu verschiedenen Zeiten von David Ben Gurion geführt worden.

Die zionistische sozialistische Hegemonie hielt an, bis die Likud-Partei unter Menachem Begin 1977 an die Macht kam. Seitdem war ein Niedergang der Arbeitspartei zu verzeichnen, der nun in der Fusion mit einer Partei endet, die eindeutig post-zionistisch ist. Sowohl Arbeitspartei-Chef Amir Peretz als auch Meretz-Chef Nitzan Horowitz mussten im Vorfeld der kommenden Wahlen feststellen, dass diese beiden Parteien möglicherweise die Prozenthürde nicht überschreiten würden. Ein Zusammenschluss schien die einzige Lösung.


 

Sonntag, 12.1.2020

Finanzminister Mosche Kachlon zieht sich aus der Politik zurück

Der israelische Finanzminister Mosche Kachlon hat beschlossen, die Politik aufzugeben. Sein Name wird bei der kommenden Wahl am 2. März nicht auf der Likud-Liste stehen, berichtet Globes.

Kachlon war von 2003 bis 2013 Abgeordneter in der Knesset, Kommunikationsminister sowie Minister für Wohlfahrt und soziale Dienste. Danach schaltete er eine kurze Pause vom politischen Leben ein, bevor er 2014 die Kulanu-Partei gründete. Nachdem Kulanu in den Wahlen von 2015 10 Sitze gewonnen hatte, trat Kachlon der Koalition des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu bei und wurde zum Finanzminister ernannt.

Von Mai bis August 2016 war Kachlon für eine kurze Zeit auch Umweltschutzminister und vom 1. August 2016 bis zum 23. Januar 2017 Wirtschaftsminister. Nachdem Kulanu bei den Wahlen im vergangenen Jahr jedoch nur vier Sitze gewann, beschloss Kachlon, die Partei mit dem Likud zu fusionieren.

Kachlon hatte sich bereits 2018 verpflichtet, sich aus der Koalition zurückzuziehen, falls Netanjahu angeklagt würde. Er diskutierte das Thema mit dem Premierminister, der versuchte, ihn zum Rücktritt zu überreden, berichtete Ynet. Kachlon wurde mit den Worten zitiert, dass er sich «sehr müde» fühle, nachdem er die letzten fünf Jahre das Finanzministerium geleitet habe. Es sei wahrscheinlich, dass er in seiner Position bleiben wird, bis eine neue Regierung gebildet wird, so der Bericht.
(jns Jewish News Syndicate)


 

DES WEITEREN

 

Winterfreuden in Israel

Während man in Mitteleuropa auf Schnee wartet, schickt Israel diese Bilder (Nr. 3 und 4). Tausende Israelis genossen am Wochenende (Schabbat 11.1.) die alpinen Verhältnisse auf dem schneebedeckten Berg Hermon im Norden
(Botschaft des Staates Israel in Deutschland)


 

Fast 5 Mio. Passagiere passierten 2019 den Ben-Gurion-Flughafen

Mehr als 24,8 Millionen Passagiere und fast 168.000 Flüge passierten den Ben-Gurion Flughafen im Jahr 2019, was ein Rekord für Israels führendes Luftfahrtdrehkreuz ist.

Laut dem Jahresbericht des Flughafens erreichte das internationale Passagieraufkommen im Jahr 2019 24,04 Millionen, was einem Anstieg von ca. 7,5% seit 2018 entspricht. Weitere 786.000 Passagiere reisten mit Inlandsflügen über den Flughafen, ein Plus von 32,73 %, das durch die Schliessung des Tel Aviver Stadt-Flughafens Sde Dov im Juli beeinflusst wurde.

Israelische Fluggesellschaften, darunter El Al, Israir und Arkia, beförderten im Jahr 2019 7,36 Millionen oder 30,63 % aller Passagiere, ein Anstieg von 5,46 % gegenüber 2018.

Mehr als 2,32 Millionen Reisende (9,67% aller Passagiere) nutzten im vergangenen Jahr den Ben-Gurion-Flughafen von und nach der Türkei, ein wichtiges und nahe gelegenes Luftfahrtdrehkreuz. Weitere führende Länder nach Passagieraufkommen waren die Vereinigten Staaten (1,82 Millionen), Italien (1,53 Millionen) und Frankreich (1,52 Millionen). Weitere führende Ziele waren Istanbul, Paris, Rom und Moskau.

Um dem stark steigenden Passagieraufkommen gerecht zu werden, hat der Flughafen Ben-Gurion kürzlich die Renovierung des Terminals 1 abgeschlossen. Er wird für die Billigfluglinien und Flüge nach Eilat benützt. Ausserdem wurde die Erweiterung des Terminals 3 (Bild 2 ) genehmigt. Dazu gehören 86 zusätzliche Check-in-Schalter, der Bau einer fünften Abflughalle und die Implementierung einer neuen Gepäcksortieranlage.
(The Jerusalem Post)


 

2019 besuchten 11 Prozent mehr Schweizer Israel

Israel hat im Jahr 2019 einen neuen Besucherrekord erzielt: 4,55 Millionen Touristen aus der ganzen Welt besuchten von Januar bis Dezember das Land am östlichen Mittelmeer. Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 26 Prozent im Zweijahresvergleich.

Die Zahlen allein aus der Schweiz weisen eine ähnlich positive Entwicklung aus. Aus unserem Land reisten 2019 rund 63'500 Personen nach Israel. Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozent und, im Zweijahresvergleich, gar um 30 Prozent.

Auch aus dem deutschsprachigen Raum Europas («DACH-Region») zählte das Israelische Tourismusministerium 401'900 Israel-Reisende, nebst den Schweizer noch 289'000 Touristen aus Deutschland (+10 Prozent) und 49'400 Österreichern (+28 Prozent).ür Dezember 2019 verzeichnete Israel zudem einen neuen monatlichen Besucherrekord: 358'300 internationale Touristen erkundeten in der Adventszeit das Heilige Land. Die Zahl der Reisenden stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10 Prozent und im Vergleich zu Dezember 2017 um 24 Prozent. Von allen DACH-Märkten verzeichnete die Schweiz das grösste Wachstum von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und 38 Prozent im Zweijahresvergleich. 4700 Schweizer besuchten im Dezember 2019 das kleine Land am Mittelmeer.
(Travelnews)


 

(Zusammenstellung, Übersetzungen und Redaktion: Rolf Koch, Vizepräsident und Webmaster GSI)

Bild 1: Die Vorsitzenden der Arbeitspartei-Gescher, Amir Peretz (links) und der Meretz-Partei, Nitzan Horowitz, bei der Bekanntgabe der gemeinsamen Wahlliste.

Bild 2: Blick in den Terminal 3 des international Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv

Bild 3: Winter auf dem Berg Hermon im Norden Israels

Bild 4: Winter auf dem Berg Hermon im Norden Israels

Bild 5: Leviathan Gasfeld

Bild 6: Fleur Hassan-Nahoum, stv. Bürgermeisterin der Stadt Jerualem

Bild 7: Symbolbild: Ein Geschoss des «Iron Dome» Raketenabwehrsystem wird abgefeuert, um eine feindliche, auf die israelische Stadt Aschdod zielende Rakete abzufangen.