Werner Rom verstorben

Werner Rom, ein grosser Freund Israels und ehemaliges Mitglied des Zentralvorstandes der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) ist am Samstag, 28. September, überraschend an den Folgen eines Sturzes in seinem geliebten Zermatt verstorben. Der Zentralsekretär der GSI, Walter Blum, gedachte seiner bei der Beerdigung:

Eintrag ergänzt am 7. Oktober 2019

Salut mein Freund

Es war dieser Tag im Juni 1967, an den ich mich immer erinnern werde. Es war der 5. Juni. Der Sechstagekrieg war wenige Stunden alt. Ich sass im FDP-Sekretariat an der St. Urbangasse in Zürich, nahe beim Bellevue, als die Türglocke energisch bedient wurde. Draussen stand ein junger Mann. «Ich heisse Werner Rom, ich bin Präsident der jüdischen Studenten und ich bitte Sie, mit uns eine Solidaritätskundgebung für Israel zu organisieren».

Werner setzte etwas in Bewegung, was am Ende in einen langen Fackelzug und eine riesige Kundgebung auf dem Münsterhof mündete, an der Regierungsrat Albert Mossdorf und Nationalrat Ueli Götsch das Wort ergriffen. Wenige Wochen zuvor standen sich die beiden noch als Gegner in einem denkwürdigen Regierungsratswahlkampf gegenüber. Nun Seite an Seite für Israel. Zusammen mit Tausenden, die auf den Münsterhof geströmt waren.

Werner war damals 24 Jahre alt. Er mobilisierte nicht nur Gleichaltrige, wie Lea Brandeis oder Ruth Bloch. Er fand auch Unterstützer in Veit Wyler und Max Gurny. Auf seine Initiative hin wurde die „Aktion Helft Israel“ gegründet, deren Aufruf innert weniger Tage mehr als sechs Millionen Franken bewirkte.

Die Gesellschaft Schweiz-Israel wurde 1957 gegründet. 1967 befand sie sich – zurückhaltend ausgedrückt – in einem gewissen Tiefschlaf. Es war dieser Weckruf junger jüdischer Frauen und Männer, es war der Krieg, der glücklicherweise nur wenige Tage dauerte, es war Werner Roms Kick, der die GSI wieder in Bewegung brachte. Albert Mossdorf wurde Präsident der Sektion Zürich, Werner Rom Vorstandsmitglied. Später übernahm Albert Mossdorf das Zentralpräsidium und Werner wurde Zentralkassier. Als Freunde erlebten wir eine herrliche Zeit, obwohl die Zeiten für Israel eigentlich nie danach waren, um fröhlich zu sein.

Nach seinem Rücktritt aus dem Zentralvorstand hielten wir unseren Kontakt aufrecht. Mit seinem grösser werdenden segensreichen Engagement für die jüdische Gemeinschaft wurde er etwas weniger häufig. Aber immer, wenn wir nach einem Mittagessen auf die Strasse traten, sangen wir eine kurze Partie aus der Fledermaus. Wie damals, als wir es in Wien, nach dem Besuch der Volksoper, zum ersten Mal taten.

Und dann kommt der Anruf von Beatrice. Ich weiss nicht, mein Freund, ob Dir je bewusst wurde, was Du Zeit Deines Lebens hier, in diesem Land, für Israel und seine Menschen dort geleistet hast? Bis zu dem Tag, an dem Dein Leben bei Zermatt ein Ende nahm? Wir wissen es. Es ist enorm viel, mehr als Du denkst. Wir werden es nicht vergessen.

Walter L. Blum, Zentralsekretär Gesellschaft Schweiz-Israel

Engagiert, eloquent, effizient
Tachles, 4. Oktober 2019

Werner Rom war Präsident in turbulenten Zeiten
NZZ am Sonntag, 6. Oktober 2019

 

Werner Rom (1945-2019)